Abschied von Erwin Ortner

Der Mann war am 1.8.1949 als Arbeiter in das Werk Thondorf eingetreten. Ab 1978 hat er dort als Angestellter gewirkt. Diese Unterscheidung ist heute vielen nicht mehr geläufig, in dieser Sache aber nun auch unerheblich.

Zwei Puchianer aus den Tagen der Steyr-Daimler-Puch AG: Erwin Ortner (links) und Ferdinand Thaler helfen beim Übersiedeln des Museumns von der Halle C in die Halle P des Einser-Werkes. Das war im Dezember 2011. (Foto: Peter Piffl-Pervcevic)

Zwei Puchianer aus den Tagen der Steyr-Daimler-Puch AG: Erwin Ortner (links) und Ferdinand Thaler helfen beim Übersiedeln des Museumns von der Halle C in die Halle P des Einser-Werkes. Das war im Dezember 2011. (Foto: Peter Piffl-Pervcevic)

Am kommenden Dientag, dem 9. Mai 2017, verabschiedet sich ein Kreis Vertrauter in der Feuerhalle des Grazer Zentralfriedhofs von Puch-Legende Erwin Ortner. Der 1927 geborene Spezialist war in seiner Berufslaufbahn anfangs für die Versuchsabteilung tätig.

Da profilierte sich Ortner an den Motoren und Getriebe der Haflinger. Das Optimieren und Verschärfen dieser Fahrzeugkomponenten kam schließlich im Rennsport zur Geltung. So mancher 650 TR bekam von ihm ausreichend Dampf verpaß. Daran änderte sich auch nichts, als Ortner 1987 in die Pension entlassen wurde.

Freunde erzählen, er habe im Jahr so seine 70.000 Kilometer absolviert, um da und dort Probleme zu lösen, war aber auch in Graz immer erreichbar, wenn ein Fahrzeug im heiklen Bereich des Zusammenwirkens von Motor und Getriebe verbessert werden sollte oder Probleme vorerst nicht gelöst werden konnten.

Mit ihm verläßt eine weitere Persönlichkeit jener altgedienten Handwerker das Set, die in einem Bereich legendärer österreichischer Automobilproduktion den Übergang von der Zweiten zur Dritten Industriellen Revolution nicht nur erlebt, sondern abgewickelt haben.

Eine Ära, in der sich altes Handwerk und Industriearbeit im Berufsleben überschnitten haben, wie das heute schon Geschichte ist.

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Martin Krusche, Künstler, siehe: [link]