Alltagskram

Das prächtige Wetter bringt viele Liebhaber dazu, ihre Schmuckstücke längerfristig von den Tüchern zu befreien und im Alltag auszuführen. Eigentlich sollte ich meine Kamera stets schußbereit haben. Am besten wäre eine an die Stirn geklebte Glasfaseroptik, deren Fotoapparat ich per Gedanken oder Augenzwinkern auslösen kann. Ich bräuchte nur in die entsprechende Richtung blicken und loslegen. Aber solche Geheimagenten-Ausrüstung ist mir leider nicht verfügbar.

So aber, obwohl etwa Puch-Motorräder mehr als typisch klingen, man könnte sie also kommen hören, ist manches Fahrzeug schon auf meiner Höhe, bis ich es bemerke.

Die Kamera zücken, starten, da weiß ich dann schon, daß ich das Tele ausfahren muß. Und dann stehen mir im Blickfeld die Gestänge eines unnötigen Schilderwaldes herum.

Wenn ich also nach dem ersten Streß-Durchgang, um meinen Kasten schußbereit zu haben, auch noch eine Passage erwische, in der die Puch NICHT von Automobilen verdeckt ist, dann, naja, kann man nix machen, geben mir die Säulen den Rest.

Aber immerhin kann man an einigen Details noch die Puch erkennen und da sie schlank daher kam, tippe ich einfach ins Blaue, daß es eine 175er sei.

Leichter war es in einem lokalen Supermarkt, wo das ausgehängte Blatt mit dem interessanten Gebot ausreichend still hielt, damit ich ein Foto davon machen konnte.

Die adrette 1958er Puch 125 SV, SV für Schwingarm und Vollnabenbremsen, wäre wohl ein dezentes Einsteigerfahrzeug für jemanden, der sich über das Youngtimer-Segment eventuell an höhere Weihen des Fahrens von Klassikern herantasten möchte.

 

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Martin Krusche, Künstler, siehe: [link]