Das neue PUCH-Buch

Friedrich F. Ehn
Das neue PUCH-Buch
Die Zweiräder von 1890–1987

Die Buchpräsentation
im Johann Puch Museum Graz
findet am Samstag, dem 23. Juni 2018
um 18:00 Uhr statt.

Ein Vorwort von Friedrich F. Ehn

Nur sehr selten ist es einem Autor gegönnt, sein erstes Fachbuch nach einer „Laufzeit“ von einer Generation, nämlich nach 30 Jahren, noch einmal „neu schreiben“, das bedeutet aktualisieren und ergänzen zu können.

Autor Friedrich F. Ehn (Foto: Gottfried Frais, Weishaupt-Verlag)

Autor Friedrich F. Ehn (Foto: Gottfried Frais, Weishaupt-Verlag)

Als die Puch-Zweiradfertigung eingestellt wurde, brach mir, ebenso wie Tausenden Puch-Liebhabern weltweit, nahezu das Herz. Mein Furor setzte sich im Manuskript des „Großen Puch-Buches“ um, in Herrn Herbert Weishaupt fand ich einen engagierten und ambitionierten Verleger, der das Buch auf den Markt brachte.

Nach der mittlerweile achten Auflage sind die alten Drucktechniken endgültig ausgelaufen, auch die Sammlerszene ist erfreulicherweise nahezu unüberschaubar groß geworden und es finden sich für jede einzelne Modellreihe – von den Pioniermaschinen vor dem Ersten Weltkrieg über die Zwischenkriegs- bis zu den Nachkriegs-Schalenrahmenmodellen, den letzten Sportmaschinen und natürlich den Mopeds – Interessenten- und Sammlergruppen sowie Vereine, die ihre Sammelleidenschaft ausschließlich den jeweiligen Modellen widmen und über ihr Modell mehr wissen, als selbst das Werk jemals wusste. Beispiel gefällig? Die Firma RBO Stöckl hat heute einen Tuningsatz für den RL 125er-Roller, der mehr Dauerleistung aus dem Motor herausholt, als selbst sich die damaligen Werkstechniker hätten träumen lassen.

Durch die Akribie der Sammler und Restauratoren von Puch-Zweirädern tauchten über die Jahrzehnte unglaublich viele Varianten, Detailänderungen und Abarten (beispielsweise für die diversen – teilweise bisher unbekannten – Exportausführungen) der einzelnen Fahrzeuge auf, sodass es mir beispielsweise nahezu unmöglich erscheint, ein lückenloses Kompendium über die Puch-Mopeds zu verfassen. Dies insbesondere deshalb, weil die Konstrukteure von Puch eine unüberbietbare Meisterschaft im Kombinieren von Bauteilen, Rahmen und Motoren entwickelten. So sei als Beispiel das Mopedmodell Dakota (skandinavische Länder) genannt: VZ 50-Fahrwerk, dickere Bereifung, Einmannsitzbank – und schon war ein neues Modell geschaffen. Und ähnlich ging es mit unzähligen Mopedvarianten weltweit, aber alle „Made by Puch in Graz, Styria“.

Es sind in all diesen Jahren auch jede Menge ehemaliger Rennfahrzeuge und Prototypen aufgefunden worden und es werden dank Internet und den damit weltweiten Suchmöglichkeiten noch weitere bislang unbekannte Puchs auftauchen. Natürlich habe ich kontinuierlich eine Vielzahl von historischen Fotos und Dokumenten gesammelt, die die bisherigen Bilder und Erkenntnisse ergänzen bzw. ersetzen, ebenso gibt es jetzt Fotos von perfekt restaurierten bis zu absolut original erhaltenen Puchs, die in Form ausgewählter Exemplare in dieser Neuauflage ihren Platz finden. Meine Liebe zur Marke Puch ist ungebrochen und ich darf mich in die weltweite Riege der „Puchianer“ einreihen.

Quelle: Weishaupt Verlag

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Martin Krusche, Künstler, siehe: [link]