Die Vergeßlichkeit der Menschen

Ich habe auf Facebook eine „Plauderlinie“ zum Thema Mobilitätsgeschichte eingerichtet, da sammle ich die Beiträge im Kern rund um den Themenkomplex Steyr-Daimler-Puch.

Es kam ursprünglich daher, daß ich für meine Arbeit auch laufend im Web recherchiere, was mich zu vielen interessanten Links bringt. Und die sind nun so eben auch für andere Fans des Themas verfügbar.

600 Abonnentinnen und Abonenten auf Facebook

Die Community dieser Themenleiste hat inzwischen die 600er-Marke erreicht, was mich durchaus freut, obwohl ich nicht offensiv um Publikum werbe: [link]

Später habe ich auch noch eine Facebook-Leiste fürs Museum aufgezogen: [link]

Das überlappt sich thematisch natürlich in mancher Hinsicht. Aber dort gehe ich weniger polemisch vor und bin stärker auf die Museums-Inhalte konzentriert. Auf dieser Leiste stehen wir derzeit bei 317 Personen, die sie abonniert haben.

Es ist schon richtig, mit entsprechenden Werbeanstrengungen ließe sich gewiß eine andere Zuwachs-Kurve einleiten. Aber als ehrenamtliche Kraft mag ich mir eine Position leisten, in der ich sage: Wer Interesse hat, möge zu uns finden und es anderen weitererzählen.

Es soll auf diese selbstverständlich Art wachsen. Ich fühle mich wohler, wenn sich das hier als Interessensgemeinschaft entfaltet, die nicht unter den Schmiedehammer von Reichweite und Publikums-Maximierung kommt.

Man muß außerdem nicht überschätzen, was diese Medienpräsenz bedeutet. So sehe ich zum Beispiel, daß unsere elektronischen Publikationen im Web zwar laufend „Impressions“ haben, also angesehen werden, aber kaum „Downloads“ erleben, also auch heruntergeladen werden: [link]

Das Museum auf Facebook

Die durchschnittliche Betrachtungsdauer liegt derzeit meist zwischen drei und vier Minuten. Das bedeutet im Klartext, unsere Community bevorzugt das Bilderschauen, das Lesen der Texte hat nicht höchste Priorität.

Wozu dann schreiben?

Ganz einfach! Eine laufende Erzählung stellt Evidenz her und sichert auch Informationen, die sonst vielfach längst verlorengegangen wären. Da geht es eben nicht um einen kurzen Blick auf schnellen Effekt. Das ist langfristig zu sehen.

Es bedeutet, ich muß mich heute um eine möglichst detailgenaue Darstellung bemühen, auch wenn ich es selbst vielleicht nicht erleben werde, daß diese Arbeit sich in direkter Aufmerksamkeit der Menschen lohnt.

Doch schon wenig später kann manches davon jemandem wichtig werden, egal in welchen Zusammenhängen. Gibt es dann aber keine Quellen, ist dieses und jenes Wissen verspielt, weil wir schon zu lange die Schriftkultur über mündliche Weitergabe gestellt haben.

Da rede ich von fast 2.500 Jahren. Platon hat aufgeschrieben, was Sokrates gesagt haben soll; unter anderem eine Kritik des Aufkommens der Schriftkultur. Sokrates war überzeugt, wir würden vergeßlich werden, wenn wir alles aufschreiben. Genau so ist es gekommen…

About sekretaer

Martin Krusche, Künstler, siehe: [link]