Fahrzeug: Supermaxi Katalysator

Ich hatte mit Museumsleiter Karlheinz Rathkolb das Thema Kulturreferat zu besprechen. Dabei fiel mir das schmucke Fahrzeug vor dem Gebäude auf. Ich kam dann mit Peter Czastka, dem Besitzer, ins Gespräch. Es hat mit diesem Maxi eine besondere Bewandtnis.

Ein ungeregelter Zweiwegkatalysator

Czastka war einst Leiter einer Bankfiliale beim Puchwerk in Thondorf gewesen, kannte daher die Situation vor Ort und einige der maßgeblichen Leute. Aber da muß ich jetzt etwas weiter ausholen.

Mit dem Maxi hatte Puch einen Meilenstein der individuellen Mobilität realisiert. Damit war, wie schon zuvor mit der MS 50 [link], eine ganze Ära markiert. Doch gegen 1987 waren die Verkaufszahlen auf dem Zweirad-Sektor derart im Keller, daß die Steyr-Daimler-Puch AG sich von diesem Bereich trennte.

Peter Czastka pflegt das letzte Supermaxi aus der Österreich-Produktion

Dieses Ende der Mopedproduktion in Graz sorgt unter Fans noch heute für Unmut. Daß mit der Fertigung auch die Marke Puch an Piaggo ging, um so mehr. Doch kurz davor, im Herbst 1986, war noch das „Supermaxi“ auf den Markt gekommen. Zugleich dessen Katalysator-Version, mit welcher man für die neuen Abgasbestimmungen in Österreich gewappnet war und der Konkurrenz gezeigt hatte, wo der Schraubenschlüssel hängt.

Peter Czastka, der diesen Lauf der Dinge und die Stimmung der Puchianer in seiner Position mitbekommen hatte, brachte im Werk einen Wunsch vor. Er hätte gerne das letzte Maxi, das für Österreich gebaut wurde. Nicht eines der letzten, sondern DAS letzte Maxi.

So stand es nun vor mir. Rahmennummer 255 81 85, erstmals zugelassen am 25. Juni 1987, also im Sommer des Jahres, dessen Herbst der Abgesang für Puch-Mopeds in Graz gewesen ist. Czastka erläutert, es seien dann auch noch einige Maxis für den Export gefertigt worden, die das Land flott verlassen hätten, aber dieses wurde definitiv als letzte Einheit für Österreich produziert.

— [Fahrzeuge] —

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Martin Krusche, Künstler, siehe: [link]

2 thoughts on “Fahrzeug: Supermaxi Katalysator

  1. Servus Herr Krusche,
    da liegt ja die „Schreibarbeit“ in besten Händen!. Zum Thema Supermaxi solltest du einmal mit dem Hern Albin Sterbenz (stehtim Tel.Buch) reden. Der hat alle diese Dinge entwickelt und kann unendlich viel darüber erzählen.
    LG
    Rudl

    1. Danke für die Blumen und den Tip! Sehr fein! Denn wir haben im Museum grade drüber gesprochen, daß es ja toll wäre, wenn man mit den alten Profis plaudern könnte und gelegentlich auch fragen: Wie haben Sie es gemacht?

      Da ich aber selber kein Teil der Werksgeschichte bin, helfen mir solche Hinweise sehr.

      🙂
      Martin

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