Albersdorf

Eine Sache um ihrer selbst willen gut machen

Wenn ich heute im Browser puch.at [link] eingebe, dann lande ich nicht bei einer Hobby-Formation, sondern bei Professionals. Das ist im historischen Zusammenhang bemerkenswert, denn Johann Puch verstarb 1914. Was ist das also? Ein Fachbetrieb zeigt Flagge, bezieht sich auf Fahrzeuge der einstigen Steyr-Daimler-Puch AG, pflegt ein langlebiges Produkt von Magna Steyr… Da ist von Allrad-Spezialist S-Tec [link] die Rede.

Dieser Fachbetrieb mit Standort im oststeirischen Albersdorf ist einerseits den Pinzgauern und Puch/Mercedes G gewidmet, bezieht andrerseits in seinem Leistungsangebot auch die Haflinger ein, die all dem vorangegangen sind. (Neuerdings wird das Know how dieser Truppe überdies auf Landrovers angewandt.)

Eine kleine S-Tec-Flotte im Gelände

Für uns ist das insofern von Belang, außerdem sehr bemerkenswert, weil sich da verschiedene Intentionen verknüpft zeigen. Die betriebswirtschaftlich relevante Seite, mit der ein anspruchsvolles Klientel bedient wird, brauche ich hier nicht näher erläutern. Das ist Geschäft der Gegenwart und praktische Arbeit an der Zukunft, ein wirtschaftliches Konzept, das die Museums-Belange nicht unmittelbar berührt.

Doch da ist auch noch dieses Motiv der Mobilitätsgeschichte. Wenn ich mit Alois Schadler rede, der bei S-Tec einiges zu sagen hat, erfahre ich von seinem emotionalen Engagement, das er mit Kollegen teilt und welches das Betriebsklima mitbestimmt. Da wird die Flagge „Puch“ in den Boden gerammt, da sieht man sich in einer Tradition stehend und vor einem historischen Hintergrund arbeitend.

Will den Namen Puch nicht verblassen sehen: Alois Schadler

In der Sache haben wir also eine Gemeinsamkeit. Das bedeutet außerdem, hier geht es nicht bloß ums Geschäft, hier geht es auch um soziokulturelle Aspekte, die in menschlicher Gemeinschaft wichtig sind. Denn wir Menschen sind in unserem Tun auf Sinn angewiesen. Unsere Talente und Fähigkeiten bekommen in der Sinnstiftung ein ganz anders Gewicht als in Prozessen, die wir eher sinnleer empfinden.

Damit kommen wir zum Beispiel bei Fragen der Identität an. Identität beziehe ich aus sehr verschiedenen Quellen. Unter anderem aus dem Gefühl von Zugehörigkeit, aus allem, was mir gut gelingt und wofür mich andere schätzen. Wenn mein Beruf mir ebenfalls solche Quellen der Identität bietet, dann trägt das für mich und für andere Früchte.

Damit ist noch eine weitere Sache angerissen. Die teilen Menschen in verschiedenen beruflichen und gesellschaftlichen Bereichen. Manche unter uns kennen dieses Bedürfnis, eine Sache um ihrer selbst willen gut machen zu wollen. Das ist Sinnstiftung pur. Und manchmal schafft es auch materielle Werte, doch der Vorrang gilt den immateriellen Werten.

Was das angeht, diese Wertschätzung für solche Arten der Qualität, bin ich kürzlich in jenem burgenländischen Waldstück unter den Mechanikern und Ingenieuren mehrfach fündig geworden.

— [Offroad Day 2012] —