Puch G

Generationentreffen: Der erste Tag

Am frühen Vormittag des ersten Tages geht alles noch ruhig an. Es formiert sich eine erste Fahrzeug-Reihe auf dem Terrain des alten Einser-Werkes von Johann Puch. Kleine Erörterungen am Rande. Die Engländer, mit denen wir noch an einem Tisch sitzen werden, sagen „G-Wagen“. Bei den Deutschen heißt das, so höre ich, „G-Klasse“. Wir bleiben bei „Puch G“.

Das Aufkommen sollte sich im Lauf des Tages noch erheblich verdichten

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Tip: Generationentreffen

Diese Woche geht ein mehrtägiges „Generationentreffen“ über die Bühne, was vor allem einmal mehrere Generationen von Geländefahrzeugen meint: Haflinger, Pinzgauer und G-Wagen. Das soll nicht bloß die Offroad-Community ansprechen, es ist außerdem eine Gelegenheit für Fans, nach interessanten Fahrzeugvarianten Ausschau zu halten.

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Locker vier Generationen…

Der Offroad-Day von S-Tec ist eine Mischung aus Profiarbeit und Plauderstündchen, aus Geselligkeit und vergnügter Anstrengung. Das bedeutet vor allem, der Stab sorgt mit einiger Verwandtschaft sehr ausdauernd für das Wohl seiner Gäste.

Stilgerecht Anreise: Als Shuttle zum Gelände diente der definitiv letzte Pinzgauer, der in Österreich gebaut wurde. Und da rede ich von einer Ära längst nach der Verlegung der Pinzgauer-Produktion nach England im Jahr 2002. (Da sind Enthusiasten am Werk gewesen.)

Hat irgendjemand ein kühneres Firmenfahrzeug zum Jausenholen? Aus diesem Laderaum wurden die Kühltruhen gefüllt. Und wer seinem Instruktor vertraute, durfte im Lauf des Tages selbst als völliger Offroad-Anfänger mit einem Dreichaser auf die Piste. Keine Kleinigkeit, wie ich versichern kann.

Was für ein Gewusel! Alle Altersstufen. Ich denke, da waren locker vier Generationen auf dem Set. Manche bevorzugten das Beisammensitzen, manche rückten sich für den Parcours zurecht und die meisten Leute ließen sich als Passagiere in einem G oder Pinzgauer ein, zwei mal ordentlich durchschütteln. (Wer unersättlich blieb, könne auch öfter gebeutelt werden.)

Man konnte auf vergnügte Art blaue Flecken kassieren, Ansichten über den Automobilismus überprüfen oder auch einfach nur die kühlen Drinks und das heiße Grillgut in freundlicher Gesellschaft würdigen. Man konnte auch mit alten Routiniers über allerhand Firmengeschichten reden. Wenn man sich mit dem „Wie haben Sie es gemacht?“ direkt an die einstigen Akteure der Fahrzeugentstehungen wenden kann, bleibt das unübertrefflich.

— [Offroad-Day 2012] —

Offroad-Day: Rookie am Start

Heute beneide ich mich selbst. Ich war einen Tag lang in einer Community fröhlicher und freundlicher Menschen aufgehoben. Vor der Sommerhitze ließ sich gut unter Bäume fliehen, wo engagierte Leute die Getränke kühl hielten und das Grillfeuer hüteten.

Wer es lieber etwas staubig mochte, auch etwas schlammig stand zur Disposition, brauchte nur wenige Schritte den Hügel hinunter zu gehen. Dort brüteten in der Sonne des Sommertages einige Puch G und Pinzgauer. Dreiachser fallen nicht so leicht um wie die Zweiachser, sagte mit ein erfahrener Mann und ließ unausgesprochen: Wenn ein Anfänger auf die Strecke geht.

Altmeister Ferdinand „Fredi“ Thaler ebnet mir die wilde Piste mit seinerr Geduld etwas

Nun komme ich der eigentlichen Sache näher. Ich war verwöhnter Gast beim Offroad-Day von S-Tec: [link] Und das bedeutet, ich hatte zwei „Jungfernfahrten“ im schweren Gelände vor mir.

Die Betonung liegt auf dem schweren Gelände. Denn in der Ebene hatte ich schon nette Gelegenheiten. Ein Mercedes-Benz GL 320 CDI [link] ist nicht fad. Einen turbobelüfteten Porsche Cayenne [link] konnte ich nicht so lange fahren, weil der Tank schneller leer wurde.

Nein, es ist keine Luftaufnahme. Aber eigentlich doch. Jedenfalls der Blick aus einem Pinzgauer, von einer Hangkante aus, auf meinen Jungfernfahrt-G

Aber jetzt ist etwas anderes in mein Leben gekommen und das ziemt sich auch für einen bekennenden Puchianer. Ferdinand „Fredi“ Thaler hatte im Burgenland den Kurs abgesteckt. Es nütze nichts, wenn da Passagen seien, in denen ungeübte Fahrer eventuell abstürzen oder das Auto umschmeißen, sagte er. Deshalb gab es dennoch Abschnitte im Kurs, die möchte ich zu Fuß weder bergauf noch bergab machen, also eigentlich in keiner Weise. Warum dann mit einem Auto?

Routinier Erich Fritz erläutert mir das Differenzialsperren-Klavier

Thaler war mein persönlicher Instruktor auf einem G, demnach bekam ich erste Eindrücke vom ständigen Klavierspiel auf den drei Kippschaltern. Die mittlere Differenzialsperre sei die wichtigste, die hintere schaltet man am besten ein, bevor Räder durchdrehen, die vordere ist kleinen Katastrophenmomenten vorbehalten, bevor die Katastrophen ausbrechen. Aber damit ist die Fuhre kaum zu lenken, also muß sie ehestens wieder abgeschaltet werden.

Wegfahren im zweiten Gang, bergab nur im ersten, naja, „bergab“ bedeutet dort etwas gänzlich anderes als in meinem bisherigen Leben. Auf dem dreiachsigen Pinzgauer saß mir Erich Fritz zur Seite, der vor allem darauf achtete, daß ich da und dort die Nase der Fuhre nicht ungespritzt in den Boden ramme. „Und langsam! Offroad soll man ja genießen.“ „Und bremsbereit!“

Bremsbereit? Da dachte ich eher: Wo ist mein Fallschirm? Wer schmeißt jetzt den Anker raus? Und bitte einen Hubschraubereinsatz!

Der Instruktor ermahnt mich, daß es gerade im Dreiachser die Fahrgästen hinten furchtbar herumschmeißen würde, wenn ich zu flott über Unebenheiten drüberginge

Michael Toson [link], mein Wegbegleiter im Kuratorium für triviale Mythen [link], saß mir teils ermutigend im Nacken, hüpfte teils unerschrocken ins Gebüsch, um mir allerhand Fotos von meiner Premiere zu machen. Der Dreiachser akzeptiert übrigens an manchen Stellen, wo man sich nur mehr nach Flachland sehnt, auch einen Zwischenstop, um im Retourgang die Rutschbahn wieder hochgefahren zu werden.

Das geschieht nicht, damit der Neuling sich besser fühlt, denn diese verblüffende Möglichkeit geht gänzlich aufs Konto der Ingenieure, welche so was ermöglicht haben. Mit dem G geht das freilich auch. Er hat eh bloß zweieinhalb Tonnen. (Der Motor muß in solchen Augenblicken zur thermodynamischen Hölle werde.) Irgendwann meinte Thaler im tröstlichen Tonfall, es sei ganz normal, in manchen Passagen auch Angst zu haben.

Und falls mich wer fragt: Klar! Nächstes Mal wieder!

— [Offroad Day 2012] —

Tip: Keine Straße? Immer ein Weg!

Über den Daumen gepeilt ergibt das ein halbes Jahrhundert Allradtechnologie auf höchstem Niveau: Die Haflinger, Pinzgauer und G-Wagen im Rudel; und wer weiß? Vielleicht verirrt sich auch ein rarer Noriker ins Getümmel.

Vom 23. bis 26. August 2012 findet in Graz das

1. Puch Geländewagen Generationen Treffen
— [link]  —

…statt. Den Auftakt erlebt die Community auf dem Terrain des vormaligen „Einser-Werkes“ von Johann Puch in Graz. Am Donnerstag, dem 23. August, beginnt es um 10:00 Uhr vormittags: Eintreffen und Registrierung, Besichtigung des Puch-Museums, Stadtführung…

Robuster Gast beim Jubiläumstreffenb "60 Jahre Puch-Roller"

Treffpunkt ist der Informationstand beim Museum in der Puchstraße 85, 8020 Graz
• Lageplan: [link] Luftaufnahme: [link]
• GPS 47.043575,15.437293

Alle weitere Details und Programmpunkte entnehmen Sie bitte der S-Tec-Themenwebsite. Das Informationsblatt ist dort wahlweise in Deutsch, Englisch oder Französisch downloadbar: [link]

Mit dem Treffpunkt betreten Sie historisches Terrain. Die „Halle P“ wurde vor hundert Jahren erbaut, steht unter Denkmalschutz, zeigt sich also in ihrem substantiellen Bereichen wie in jenen Tagen, als Johann Puch hier zugegen war.

Die denkmalgeschützte "Halle P" (P wie Pinzgauer)

Bevor das Puch-Museum in die Halle gezogen ist, war hier der Puch-Geländewagenservice untergebracht; viele von Ihnen werden den Ort also kennen.  (Heute betreut S-Tec [link] in Albersdorf diesen Bereich.) Wußten Sie übrigens, daß das erste taugliche Allrad-Automobil der Gesichte in der Werks-Historie der Steyr-Daimler-Puch AG verankert ist?

Paul Daimlers geschichtsträchtiger 4WD-Panzerwagen

Es ist der Austro-Daimler Panzerwagen, den Paul Daimler 1904 entwarf und in Wiener Neustadt bauen ließ. Bei der Präsentation war die Wirkung des Fahrzeuges auf die Pferde der Herren Offiziere so beunruhigend, daß der Kaiser die Idee einer weiteren Umsetzung verwarf. (Bei weitem nicht die einzige zu konservative Entscheidung des Herrschers.)

 — [Übersicht] —

Unvergessen

Die Popularität der Produkte, welche den Namen von Johann Puch tragen, ist so ungebrochen, daß man heute noch den alten Werksnamen auf Wegweisern finden kann.

Und das, obwohl lange Zeit überhaupt keine Produkte mit dem Puch-Logo auf dem Markt gewesen sind; abgesehen vom fulminanten „Puch G“.

Dieser exzellente Geländewagen ist nun seit rund 30 Jahren in Produktion und repräsentiert genau den Qualitätsstandard, mit dem Altmeister Johann Puch einst Furore gemacht hat.

Einer der Wegweiser an der Autobahn nahe Graz

Daß es neuerdings wieder Fahrräder der Marke Puch gibt, ist ein junges Marktphänomen, welches sich wohl hauptsächlich dem Umstand verdankt, daß Neueinführungen von Produkten sehr aufwendig und risikoreich sind, während bewährte „alte“ Marken einige Vorteile bieten.