Fiat Lux

Die meisten unserer Mitmenschen sind beim Autofahren lieber nicht untermotorisiert. In meinem Alter darf der Wagen auch ruhig etwas geräumiger sein. Wir erleben seit Jahren, daß die Kosten für solche Annehmlichkeiten stets steigen. Außerdem wird es in den Städten sprunghaft dichter, der Platz reich hinten und vorne nicht so recht.

Das Puchschammerl a la Willi Gangl

Das Puchschammerl a la Willi Gangl


Doch über andere Arten der individuellen Mobilität auch nur nachzudenken, das gefällt bisher bloß den wenigstens Leuten. Die Autoindustrie tut inzwischen, was sie seit jeher tut, sie entwickelt ihre Produkte weiter und erprobt neue Konzepte.

Längst lesen wir nicht bloß von fahrerlosen Kleinwagen, jüngst rollte offenbar auch der erste selbststeuernde LKW-Zug durch die Medienlandschaft. Gut, das wird uns im Alltag nicht so schnell erreichen.

Aber wir sollten uns vielleicht laufend mit dem vertraut machen, was heute schon Stand der Technik ist. Dazu zeichnet sich gerade eine kuriose Möglichkeit ab. Das Johann Puch Museum wird heuer wieder an der oststeirischen Veranstaltung „Mythos Puch“ mitwirken.

Von privatem Fan "puchisierter" Fiat 500 macht deutlich, wo das Formenspiel heute angelangt ist

Von privatem Fan „puchisierter“ Fiat 500 macht deutlich, wo das Formenspiel heute angelangt ist

Bei diesen diesmal zwei spannenden Tagen im September soll ein Projektergebnis präsentiert werden, an dessen Gedeihen derzeit ein interdisziplinäres Team arbeitet. Das „Kuratorium für triviale Mythen“ (Kunst Ost) hat nicht bloß den High Tech-Fachmann Ewald Ulrich gewonnen. Der wird ein verkleinertes Fahrzeug mit nötiger EDV ausrüsten, damit das Vehikel mit Menschen eigenständig interagieren kann.

Die Gestaltung des Objektes haben zwei erfahrene Industriedesigner übernommen, deren Berufslaufbahn im Grazer Puchwerk begann. Willi Gangl und Alfred Urleb (WiGL-Design) sind derzeit dabei, die Formengeschichte des 500ers aufzuarbeiten.

Das heißt, sie gingen in der Betrachtung von der Grundform des Fiat Nuova 500 aus, der ja auch dem Pucherl seine Form gab. Diese Form wurde im aktuellen Fiat 500 zitiert. Gangl und Urleb spielen das nun weiter in eine mögliche Zukunft, was gestalterische Zwischenschritte verlangt.

"Fiat Lux": Der erte Objekt-Entwurf von WiGL-Design

„Fiat Lux“: Der erte Objekt-Entwurf von WiGL-Design

In diesem Zusammenhang wird auch die Formengeschichte der Automobile quer durch das 20. Jahrhundert betrachtet, was übrigens ein Thema in der „Straße des 20. Jahrhunderts“ bei „Mythos Puch“ sein wird.

Das High Tech-Teilprojekt trägt den Titel „Fiat Lux“ (Das geschwätzige Automobil). Es kombiniert Geschichtsbetrachtung mit Fragen von aktueller Technik und von Design. Hier kann schon ein erster Entwurf des Artefaktes in Augenschein genommen werden.

— [Fiat Lux] —

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Martin Krusche, Künstler, siehe: [link]